Der Rumpf fiel als der Regen kam: Schützenkönig 2019 Björn Schladt

Der Rumpf fiel als der Regen kam: Schützenkönig 2019 Björn Schladt

Damenkönigin Xenia Zinndorf

Jungschützenprinzessin Lilly Janssen – Schülerprinzessin Emely Schmidl – Bambiniprinz Tim Hechel

 

An Fronleichnam, dem 20. Juni, fand in Boppard, der historischen und altehrwürdigen ehemaligen Freien Reichsstadt, das traditionelle Schützenfest statt. Die Bopparder Schützengesellschaft, im Jahre 1510 als St. Sebastianus – Schützengilde ins Leben gerufen und am 2. Juni 1848 unter heutiger Bezeichnung wieder gegründet, zeigte sich auch im 509 Jahr ihres Bestehens dynamisch und jung geblieben. Zünftig und traditionsbewusst wurde auf eigenem Gelände im Schlaningtal gefeiert und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die neuen Majestäten ermittelt. Die Würdenträger 2019 sind: Schützenkönig Björn Schladt, Damenkönigin Xenia Zinndorf, Jungschützenprinzessin Lilly Janssen, Schülerprinzessin Emely Schmidl und Bambiniprinz Tim Hechel.

Der Festtag begann getreu einer der Säulen der Bopparder Schützengesellschaft, dem Glauben, mit einer Eucharistiefeier in der St.–Severus-Kirche, jetzt eine Basilika. Man beteiligte sich gemäß altem Brauch an den Fronleichnamsfeierlichkeiten, bevor man mit klingendem Spiel zum Hotel Ebertor zog, um sich dort gemeinsam mit Gästen bei einem Frühschoppen und Eintopfessen für den Umzug zu stärken. Wegen diverser Gründe hatte man den Frühschoppen, der sonst seit Menschengedenken auf dem Karmeliterplatz stattgefunden hatte, durch eine historische Änderung für die Zukunft ins „Ebertor“ verlegt. Schützenmajor Jürgen Schladt begrüßte die Schützenfamilie und die zahlreich anwesenden Gäste, unter ihnen den amtierenden Ortsvorsteher Martin Strömann, Dechant Ludwig und die Ehrenvorsitzende der Damenriege, Roswitha Noll. Man saß einige Stunden gesellig beisammen, wobei das Mittelrheinische Jugendblasorchester, ein harmonischer Klangkörper, alle mit flotter Musik erfreute.

Um 14 Uhr dann nahmen die Bopparder Schützenschwestern und Schützen einschließlich ihrer Jungschützen mit allen anwesenden befreundeten Vereinen, nämlich aus Alken, Burgen, Emmelshausen, Rödelhausen, St.Goar, Kastellaun, Altenessen und Urbar bei Koblenz Aufstellung zum Festumzug. Dieser führte unter den Klängen des Mittelrheinischen Jugendblasorchesters Boppard-Bad Salzig e.V. durch die Innenstadt und endete am Remigiusplatz, von wo sich alle ins Schlaningtal begaben. Auf dem Schützengelände begannen dann pünktlich die Schießwettbewerbe, vor allem das Ausschießen der neuen Majestäten.

Auch in diesem Jahr wurde mit dem Luftgewehr ein Jedermann – Vogel ausgeschossen, wobei es auch um den „Ehrenpreis des Ortsvorstehers“ ging.

Das anfangs schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen taten ein Übriges dazu, dass viele Bopparder und auch Fremde ins kühle Schlaningtal gekommen waren, um sich im Schatten hoher Laubbäume ganz der Geselligkeit und gelockerter Fröhlichkeit hinzugeben. Da für das leibliche Wohl bestens gesorgt war und auch eine hervorragende musikalische Unterhaltung geboten wurde, zudem die Wettkämpfe noch äußerst spannend verliefen, konnte eigentlich jeder zufrieden sein. Die Bopparder Schützenfamilie stellte mit Freude fest, dass auch Freunde aus dem Ausland, zum Teil schon Dauergäste, ihr Fest besuchten. Auch zahlreiche Bürger der Bopparder Partnerstädte fanden den Weg ins Schlaningtal. Doch dann fing es vereinzelt an zu regnen, was aber der Stimmung keinen wesentlichen Schaden zufügte.

Die Schülerschützen hatten ihre Prinzessin zuerst ermittelt. Neue Schülerprinzessin wurde Emely Schmidl, noch jung aber bereits eine erfahrene Schützin. Weiter schossen den Kopf Nils Janssen, rechter Flügel Maike Hachmer und linker Flügel ebenfalls Emely Schmidl.

Jungschützenprinzessin wurde Lilly Janssen, im Vorjahr noch Schülerprinzessin. Den Kopf Michael Weinand, den rechten Flügel Falko Piwinger und den linken Flügel Dominik Kokoscha.

Auch die Schützenschwestern und Schützen schossen ihre neuen Würdenträger parallel aus. Die einzelnen Teile des Königsadlers brauchten in diesem Jahr bei den Herren nicht sehr lange, ehe sie zu fallen geruhten, bei den Damen war etwas Geduld angesagt. Dann wurde es noch spannender. Welcher Rumpf würde wohl zuerst zu Boden gehen und damit die neue Majestät kund tun ? Hier ging es dann bei den Herren ganz schnell. Von den Mitstreitern um die Schützenkrone hatte Björn Schladt an diesem Tag das Glück des Tüchtigen und auch das scharfe Auge, gepaart mit einer sicheren Hand. Er ist nun der König der altehrwürdigen Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 und das bereits zum vierten Mal. Weiter schossen ab: Kopf Nico Fischbach, rechter Flügel Jürgen Schladt, linker Flügel Günther Schmidl.

Auch bei den Damen gab es einen äußerst spannenden Wettkampf . Es ging hier auf Biegen und Brechen. Schließlich war es Xenia Zinndorf, die den „Vogel abschoss“. Sie verkörpert eine würdige Repräsentantin der Bopparder Schützengesellschaft und ist verdient Regentin im 509. Jahr der Bruderschaftsgründung. Die neue Majestät ist noch nicht allzu lange bei den Schützen, aber voll integriert, engagiert und voller Power. Die anderen erfolgreichen Damen waren: Kopf Hildegart Mertens, rechter Flügel Ramona Schmidl, linker Edith Müller.

Die Majestät 2019 der Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 heißt somit Björn Schladt, der sich in die lange Reihe Bopparder Würdenträger eindrucksvoll eingereiht hat. Er muß das Schützen-Gen wohl schon in sich tragen, denn Vater, Mutter, Schwester, Neffe und Nichte tragen auch den grünen Schützenrock.

Um 21 Uhr begaben sich dann alle Bopparder Schützen, Schützenschwestern, Jung- und Schülerschützen zu den Ome-Anlagen, um von dort mit den alten und neuen Majestäten mit klingendem Spiel, begleitet von Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr, zum historischen Bopparder Marktplatz zu marschieren. Für die musikalische Begleitung war zuständig der Musikverein St. Goar e.V.

Auf der Treppe des alten Rathauses, das von seiner Honorigkeit nichts eingebüßt hat, wurden die neuen Würdenträger der Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 durch die Stadt Boppard proklamiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Den feierlichen Akt, Jahrhunderte lang alljährlich vollzogen, nahm wegen Ende seiner Amtszeit letztmalig Ortsvorsteher Martin Strömann vor, der die Bopparder Schützen den ganzen Tag über begleitete. Er überreichte unter dem Applaus der zahlreich anwesenden Zuschauer den neuen Würdenträgern die Insignien ihrer Regentschaft.

Dann folgte etwas ganz Besonderes. Der Musikverein St. Goar e.V. und der Spielmannszug „Frei Weg“ Boppard, beide Formationen den Bopparder Schützen eng verbunden, spielten den Großen Zapfenstreich. Ergriffen lauschten alle Zuhörer im Schatten der würdigen St.-Severus-Basilika den herrlichen Klängen, die den meisten Hörern unter die Haut gingen.

Mit der deutschen Nationalhymne, die von fast allen Anwesenden ergriffen mitgesungen wurde, endete ein weiterer Tag im Bopparder Vereinsleben und in der Reihe der bemerkenswerten Veranstaltungen in der Bopparder Geschichte.

Die Schützengesellschaft ließ diesen traditionellen Tag im Klosterkeller ausklingen.