Kay Janssen aus Kratzenburg ist Bopparder Schützenkönig 2018

Kay Janssen aus Kratzenburg ist Bopparder Schützenkönig 2018

Damenkönigin Anette Piwinger

Jungschützenprinz Alexander Sablozki – Schülerprinzessin Annalena Hechel – Bambiniprinz Finn Decker

 

An Fronleichnam, dem 31. Mai, fand in Boppard, der historischen und altehrwürdigen ehemaligen Freien Reichsstadt, das traditionelle Schützenfest statt. Die Bopparder Schützengesellschaft, im Jahre 1510 als St. Sebastianus – Schützengilde ins Leben gerufen und am 2. Juni 1848 unter heutiger Bezeichnung wieder gegründet, zeigte sich auch im 508 Jahr ihres Bestehens dynamisch und jung geblieben. Zünftig und traditionsbewusst wurde auf eigenem Gelände im Schlaningtal gefeiert und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die neuen Majestäten ermittelt. Die Würdenträger 2018 sind: Schützenkönig Kay Janssen, Damenkönigin Anette Piwinger, Jungschützenprinz Alexander Sablozki, Schülerprinzessin Annalena Hechel und ganz neu Bambiniprinz Finn Decker.

Der Festtag begann getreu einer der Säulen der Bopparder Schützengesellschaft, dem Glauben, mit einer Eucharistiefeier in der St.–Severus-Kirche, jetzt eine Basilika. Man beteiligte sich gemäß altem Brauch an den Fronleichnamsfeierlichkeiten, bevor man mit klingendem Spiel zum Hotel Ebertor zog, um sich dort gemeinsam mit Gästen bei einem Frühschoppen und Eintopfessen für den Umzug zu stärken. Wegen diverser Gründe hatte man den Frühschoppen, der sonst seit Menschengedenken auf dem Karmeliterplatz stattgefunden hatte, durch eine historische Änderung für die Zukunft ins „Ebertor“ verlegt. Schützenmajor Jürgen Schladt begrüßte die Schützenfamilie und die zahlreich anwesenden Gäste, unter ihnen den Ortsvorsteher Martin Strömann, den Bundesmeister Andras Bagossy und Ehrensenator Karl-Heinz Rittel. Man saß einige Stunden gesellig beisammen, wobei das Mittelrheinische Jugendblasorchester, ein harmonischer Klangkörper, alle mit flotter Musik erfreute.

Um 14 Uhr dann nahmen die Bopparder Schützenschwestern und Schützen einschließlich ihrer Jungschützen mit allen anwesenden befreundeten Vereinen, nämlich aus Alken, Burgen, Emmelshausen, Rödelhausen, St.Goar, Kastellaun und Urbar bei Koblenz Aufstellung zum Festumzug. Ganz überraschend kam ein riesiges Aufgebot von der befreundeten Bruderschaft aus Altenessen dazu und verschönerte das Geschehen. Dieser führte unter den Klängen der zwei Kapellen, dem Mittelrheinischen Jugendblasorchester und den Musikfreunden Boppard-Weiler, durch die Innenstadt und endete am Remigiusplatz, von wo sich alle ins Schlaningtal begaben. Auf dem Schützengelände begannen dann pünktlich die Schießwettbewerbe, vor allem das Ausschießen der neuen Majestäten.

Auch in diesem Jahr wurde mit dem Luftgewehr ein Jedermann – Vogel ausgeschossen, wobei es auch um den „Ehrenpreis des Ortsvorstehers“ ging.

Das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen taten ein Übriges dazu, dass viele Bopparder und auch Fremde ins kühle Schlaningtal gekommen waren, um sich im Schatten hoher Laubbäume ganz der Geselligkeit und gelockerter Fröhlichkeit hinzugeben. Da für das leibliche Wohl bestens gesorgt war und auch eine hervorragende musikalische Unterhaltung geboten wurde, zudem die Wettkämpfe noch äußerst spannend verliefen, konnte eigentlich jeder zufrieden sein. Die Bopparder Schützenfamilie stellte mit Freude fest, dass auch Freunde aus dem Ausland, zum Teil schon Dauergäste, ihr Fest besuchten. Auch zahlreiche Bürger der Bopparder Partnerstädte fanden den Weg ins Schlaningtal.

Die Schülerschützen hatten ihren Prinz zuerst ermittelt. Neue Schülerprinzessin wurde ganz überraschend Annalena Hechel, die noch nie zuvor ein Gewehr in der Hand gehabt hatte. Weiter schossen den Kopf Emely Schmidl, rechter Flügel Amelie Hachmer und linker Flügel Nils Janssen.

Jungschützenprinz wurde Alexander Sablozki, inzwischen schon ein versierter Jungschütze. Den Kopf ebenfalls Alexander Sablozki, den rechten Flügel Dominik Kokoscha und den linken Flügel Isabel Kahl.

Auch die Schützenschwestern und Schützen schossen ihre neuen Würdenträger parallel aus. Die einzelnen Teile des Königsadlers brauchten in diesem Jahr bei den Herren nicht sehr lange, ehe sie zu fallen geruhten, bei den Damen war etwas Geduld angesagt. Dann wurde es noch spannender. Welcher Rumpf würde wohl zuerst zu Boden gehen und damit die neue Majestät kund tun ? Hier ging es dann bei den Herren ganz schnell. Von den Mitstreitern um die Schützenkrone hatte Kay Janssen aus Kratzenburg an diesem Tag das Glück des Tüchtigen und auch das scharfe Auge, gepaart mit einer sicheren Hand. Er ist nun der König der altehrwürdigen Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848. Weiter schossen ab: Kopf Jürgen Schladt, rechter Flügel Heinz Müller, linker Flügel Alfons Breitbach.

Auch bei den Damen gab es einen äußerst spannenden Wettkampf . Es ging hier auf Biegen und Brechen. Schließlich war es Anette Piwinger, die den „Vogel abschoss“. Sie verkörpert eine würdige Repräsentantin der Bopparder Schützengesellschaft und ist verdient Regentin im 508. Jahr der Bruderschaftsgründung. Die neue Majestät ist noch nicht allzu lange bei den Schützen, aber voll integriert, engagiert und voller Power. Die anderen erfolgreichen Damen waren: Kopf Hildegart Mertens, rechter Flügel Petra Janssen, linker Karla Breitbach.

Die Majestät 2018 der Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 heißt somit Kay Janssen, der sich in die lange Reihe Bopparder Würdenträger eindrucksvoll eingereiht hat. Er muß das Schützen-Gen wohl schon in sich tragen, denn Tochter Lilly ist Bezirksschülerprinzessin, Ehefrau Petra Vorsitzende der Damenriege und Schwiegervater Hans Weiler Schießmeister der Bruderschaft. Auch Sohn Nils mischt beim Schützennachwuchs gehörig mit. Zu seinen Adjutanten wählte er Martin Weinand und Simon Neiser.

Um 21 Uhr begaben sich dann alle Bopparder Schützen, Schützenschwestern und Jung- und Schülerschützen zum Remigiusplatz, um von dort mit den alten und neuen Majestäten mit klingendem Spiel, begleitet von Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr, zum historischen Bopparder Marktplatz zu marschieren. Für die musikalische Begleitung waren zuständig die Musikfreunde Boppard – Weiler. Ein ganz hervorragendes Bild, worüber sich die Schützenfamilie sehr freute, ergab sich durch das Mitmarschieren einiger Fahnenabordnungen der Bopparder Nachbarschaften.

Auf der Treppe des alten Rathauses, das von seiner Honorigkeit nichts eingebüßt hat, wurden die neuen Würdenträger der Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 durch die Stadt Boppard proklamiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Den feierlichen Akt, Jahrhunderte lang alljährlich vollzogen, nahm Ortsvorsteher Martin Strömann vor, der die Bopparder Schützen den ganzen Tag über begleitete. Er überreichte unter dem Applaus der zahlreich anwesenden Zuschauer den neuen Würdenträgern die Insignien ihrer Regentschaft.

Dann folgte etwas ganz Besonderes. Die Musikfreunde Boppard-Weiler und der Spielmannszug „Frei Weg“ Boppard, beide Formationen den Bopparder Schützen eng verbunden, spielten den Großen Zapfenstreich. Ergriffen lauschten alle Zuhörer im Schatten der würdigen St.-Severus-Basilika den herrlichen Klängen, die den meisten Hörern unter die Haut gingen.

Mit der deutschen Nationalhymne, die von fast allen Anwesenden ergriffen mitgesungen wurde, endete ein weiterer Tag im Bopparder Vereinsleben und in der Reihe der bemerkenswerten Veranstaltungen in der Bopparder Geschichte.

Die Schützengesellschaft ließ diesen traditionellen Tag im Klosterkeller ausklingen.

 

Der Beitrag verfällt am 01.06.2019 um 11:34 Uhr.