Björn Schladt ist wieder Bopparder Schützenkönig

Björn Schladt ist wieder Bopparder Schützenkönig

Damenkönigin Michaela Breitbach – Jungschützenprinz Finn Decker – Schülerprinz Nils de Jonge – Bambiniprinz Ole Breitbach

An Fronleichnam, dem 4. Juni, fand in Boppard, der historischen und altehrwürdigen ehemaligen Freien Reichsstadt, das traditionelle Schützenfest statt. Die Bopparder Schützengesellschaft, im Jahre 1510 als St. Sebastianus – Schützengilde ins Leben gerufen und am 2. Juni 1848 unter heutiger Bezeichnung wieder gegründet, zeigte sich auch im 516 Jahr ihres Bestehens dynamisch und jung geblieben. Zünftig und traditionsbewusst wurde wieder auf eigenem Gelände im Schlaningtal gefeiert und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die neuen Majestäten ermittelt. Die Würdenträger 2026 sind: Schützenkönig Björn Schladt, Damenkönigin Michaela Breitbach,  Jungschützenprinz Finn Decker, Schülerprinz Nils De Jonge und Bambiniprinz Ole Breitbach.

Der Festtag begann getreu einer der Säulen der Bopparder Schützengesellschaft, dem Glauben, mit einer Eucharistiefeier in der St.–Severus-Kirche, jetzt eine Basilika. Man beteiligte sich gemäß altem Brauch an den Fronleichnamsfeierlichkeiten, bevor man mit klingendem Spiel zum Hotel Ebertor zog, um sich dort gemeinsam mit Gästen bei einem Frühschoppen und Eintopfessen für den Umzug zu stärken. Wegen diverser Gründe hatte man den Frühschoppen, der sonst seit Menschengedenken auf dem Karmeliterplatz stattgefunden hatte, durch eine historische Änderung für die Zukunft ins „Ebertor“ verlegt. Schützenmajor Jürgen Schladt begrüßte die Schützenfamilie und die zahlreich anwesenden Gäste, unter ihnen etliche Majestäten, die Ehrenmitglieder der Bopparder Bruderschaft, ferner auch Ortsvorsteherin Alexa Bach und Pfarrer Stefan Dumont.

Dann wurde Martin Breitbach zum Unteroffizier befördert und Kay Janssen gar zum Oberleutnant.

Man saß einige Stunden gesellig beisammen, wobei das Mittelrheinische Jugendblasorchester, ein harmonischer Klangkörper, alle mit flotter Musik erfreute. Hausgemachte Erbsensuppe war einer der Höhepunkte der köstlichen Labung.

Um 14 Uhr dann nahmen die Bopparder Schützenschwestern und Schützen einschließlich ihrer Jungschützen mit allen anwesenden befreundeten Vereinen, nämlich aus Alken, Burgen, Emmelshausen, Rödelhausen, St.Goar, Ergeshausen Altenessen und Urbar bei Koblenz, Aufstellung zum Festumzug. Dieser führte unter den Klängen des Mittelrheinischen Jugendblasorchesters Boppard-Bad Salzig e.V. durch die Innenstadt, dann am Rhein entlang und endete letztendlich am Remigiusplatz, von wo sich alle ins Schlaningtal begaben. Auf dem Schützengelände begannen dann pünktlich die Schießwettbewerbe, vor allem das Ermitteln der neuen Majestäten.

Bei wechselhaftem Wetter waren viele Bopparder und auch Fremde ins kühle Schlaningtal gekommen, um sich im Schatten hoher Laubbäume ganz der Geselligkeit und gelockerter Fröhlichkeit hinzugeben. Da für das leibliche Wohl bestens gesorgt war, zudem die Wettkämpfe noch äußerst spannend verliefen, konnte eigentlich jeder zufrieden sein. Die Bopparder  Schützenfamilie stellte mit Freude fest, dass auch Freunde  aus dem Ausland, zum Teil schon Dauergäste, ihr Fest besuchten. Bürger der Bopparder Partnerstädte fanden nach Abwesenheit wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr wieder den Weg ins Schlaningtal.

Die Jugend brachte den Rumpf relativ schnell zu Fall. Jungschützenprinz ist Finn Decker. Weiter schossen den Kopf Lilly Janssen, rechter Flügel Tim Hechel und linker Flügel Finn Decker.

Schülerprinz ist Nils De Jonge und Bambiniprinz Ole Breitbach.

Die Schützenschwestern und Schützen schossen ihre neuen Würdenträger parallel aus. Auf die einzelnen Teile der Königsadler brauchte in diesem Jahr keine Rücksicht genommen werden, da sie ja bereits am Samstag, dem 30. Mai, zu Fall gebracht wurden . Die Spannung war jedoch riesig. Welcher Rumpf würde wohl zuerst zu Boden gehen und damit die neue Majestät kund tun ?

Diesmal waren es die Damen, die kurzen Prozeß machten. Nach spannendem Wettkampf war es schließlich Michaela Breitbach, die „den Vogel abschoß“. Sie verkörpert eine würdige Repräsentantin der Bopparder Schützengesellschaft und ist verdient Regentin im 516. Jahr der Bruderschaftsgründung. Die anderen erfolgreichen Damen waren: Kopf Yvonne Schröder, rechter Flügel Anette Piwinger, linker Flügel Agnes Weinand. Die neue Damenkönigin ist sehr engagiert in der Bopparder Bruderschaft und entfacht die totale Frauenpower.

Der Adler der Herren erwies sich diesmal nicht als sogenannter „harter Knochen“, er fiel kurz danach.

Von den Mitstreitern um die Schützenkrone hatte Björn Schladt an diesem Tag das Glück des Tüchtigen und auch das scharfe Auge, gepaart mit einer sicheren Hand. Er ist nun der neue König der altehrwürdigen Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848. Weiter schossen ab: Kopf Michael Hoos, rechter Flügel Sven Gohr, linker Flügel Heinz Müller.

Die Majestät 2026 der Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 heißt somit Björn Schladt, der sich in die lange Reihe Bopparder Würdenträger eindrucksvoll eingereiht hat.

Beim Kampf um die Königswürde entfachte er seinen ganzen Siegeswillen. Die neue Majestät war schon mehrmals Bopparder Schützenkönig und ist stellvertretender Brudermeister.

Um 21 Uhr begaben sich dann alle Bopparder Schützen, Schützenschwestern, Jung- und Schülerschützen zum Hotel Ebertor, um von dort mit den alten und neuen Majestäten mit klingendem Spiel, begleitet von Fackelträgern der Freiwilligen Feuerwehr, zum historischen Bopparder Marktplatz zu marschieren.

Auf der Treppe des alten Rathauses, das von seiner Honorigkeit nichts eingebüßt hat, konnten die neuen Würdenträger der Bopparder Schützengesellschaft 1510/1848 durch die Stadt Boppard wegen des schlechten Wetters nicht proklamiert und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dafür wurde die nahe Stadthalle genutzt. Den feierlichen Akt, Jahrhunderte lang alljährlich vollzogen, nahm heuer Ortsvorsteherin Alexa Bach vor. Sie überreichte unter dem Applaus der zahlreich anwesenden Zuschauer den neuen Würdenträgern die Insignien ihrer Regentschaft.

Ortsvorsteherin Alexa Bach hatte die Schützen während des Tages immer begleitet.

Dann folgte etwas ganz Besonderes. Der Musikverein St. Goar e.V., mit den Bopparder Schützen eng verbunden, und der Spielmannszug 1864 der FFW Treis e.V. spielten den Großen Zapfenstreich. Ergriffen lauschten alle Zuhörer den herrlichen Klängen, die den meisten Hörern unter die Haut gingen.

Mit der deutschen Nationalhymne, die von fast allen Anwesenden ergriffen mitgesungen wurde, endete ein weiterer Tag im Bopparder Vereinsleben und in der Reihe der bemerkenswerten Veranstaltungen in der Bopparder Geschichte.

Die Schützengesellschaft ließ diesen traditionellen Tag im Klosterkeller ausklingen.